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Dienstag, 2. August 2016

Antelao - Vizekönig der Dolomiten


Er ist der zweithöchste Berg der Dolomiten und mächtig strebt er aus dem Cadoretal empor – hehres Ziel für gestandene Männer am fernen Ende der Midlife Crisis.
Die offizielle Erstbesteigung ist etwas unklar, sie wurde vermutlich von (Matteo) Ossi, einem Gemsenjäger aus San Vito und um das Jahr 1850  durchgeführt. Grund genug für uns dieser Tat zu folgen. 
Unsere Begehung fand erst im Juli 2016 statt. 20 Monate zu spät – aber das konnten wir beim Aufbruch ja noch nicht wissen. Wir – das waren ich und S. (vulgo Hofrat).





Start: Zuerst hinauf das Kar und die Wand – anstrengend, aber irgendwie schon bekannt


Vorbei an einigem Getier…(gähn macht der Steinbock)

Am Ende der Wand dann ein Höhepunkt: Le Laste! Die berühmte Rutschbahn des Antelao. Ein erhabenes, sieggewisses Gefühl macht sich breit (wir sollten uns noch täuschen)




Schlendernd und etwas keuchend streben wir dem Kulminationspunkt entgegen. Le Laste….sie ist gar nicht rutschig, sondern griffig und reibig, der Grat ist breit. Wir sind allein.


Doch was ist das? So haben wir uns das aber nicht vorgestellt! Die Platte wird nach oben zu immer glatter, trittarmer und steiler, auch wenn die Reibung passt. Zweidrittel oben dann ein Umdrehversuch auf der Reibungsplatte: Uiuiui….wie kommen wir da wieder heil herunter? Und wieso  ist ausser uns niemand am Berg? Stimmt nicht: zwei und drei junge kräftige Draufgänger reiben sich flott erst an uns und dann rechts am Zapfen vorbei zum Gipfel, unbekümmert und ohne Gedanken, wie sie sich je wieder herunterreiben könnten. Sie sollten Glück haben und einen anderen Weg finden.

Wir jedoch  - ich und S.  – werfen alle unsere steissbeingesteuerte Erfahrung ins Spiel. Wir spüren - ja wir wissen um die Gefahr…und kehren um.


Wie recht wir doch daran taten!


Was war hier los, was war geschehen?


Am Zustieg hätten wir es schon ahnen können, das frische Steinchen am Zustieg wäre uns ein Wink gewesen. Die Rutschbahn oben ließ einen Verdacht aufkeimen. Doch die ganze Wahrheit eröffnete sich erst am Abend im Internet:



Vor 20 Monaten, im November 2014 verabschiedete sich das obere Drittel der Laste auf einer Länge von ca. 250m, einer Breite von 50m und einer Mächtigkeit von ca. 10m mit einem großen Rumpler ins Tal. Siehe unten.



Seitdem ist der Berg vom CAI gesperrt…wie geht das?...und wird als sehr gefährlich eingestuft, da auch in den Monaten nachher sich noch hausgroße Blöcke aus der Wand oberhalb der Rutschbahn oben gelöst haben.


Fazit: Jugend gewinnt, Alter lebt*


*Anm.: Jugend übrigens auch


Nachtrag: aufi gehen sie trotzdem weiterhin….

1 Kommentar:

wolfgang hat gesagt…

Waren am 30.8.16 auch an den Laste. Sind auch bei ca 1/3 umgedreht. War uns zu heikel.
Vor allem die aufliegenden lockeren Steine und Brocken warten auf den unbedachten
Bergsteiger.